Schilddrüsensprechstunde

Allgemeines

Zu einer Schilddrüsenuntersuchung gehören die Erhebung einer Anamnese (Beschwerdebild, aktueller Medikamentenplan, Vorerkrankungen), die Ultraschalluntersuchung, die Bestimmung von Blutparametern und und - falls medizinisch notwendig - die Durchführung eines Schilddrüsenszintigramms.

Bei Schilddrüsenerkrankungen ist die Durchführung des Schilddrüsen-Szintigrammes eine wichtige Untersuchung zur Beurteilung der Dignität (gutartig / bösartig) und des Funktionszustandes des Schilddrüsengewebes. Die Strahlenbelastung ist gering.

Bei bestimmten Fragestellungen kann ebenfalls eine Feinnadelpunktion durchgeführt werden. Hierzu sollten gerinnungshemmende Medikamente zuvor abgesetzt werden, um Blutungskomplikationen zu vermeiden.

Auf Basis der der oben aufgeführten Untersuchungen wird die Diagnose gestellt und eine Therapie empfohlen.

Dauer der Untersuchung

Eine Schilddrüsenuntersuchung dauert etwa 45 Minuten.

Vorbereitung des Patienten

Eine spezielle Vorbereitung des Patienten ist in der Regel nicht nötig. Alle Medikamente dürfen eingenommen werden, die Patienten brauchen nicht nüchtern zu sein.

Falls ergänzende Untersuchungen notwendig werden sollten (z. B. Suppressionsszintigraphie, I-123 Szintigraphie, Mibi Szintigraphie der Schilddrüse), so werden individuelle Vorbereitungen getroffen.

Fallbeispiele aus der Schilddrüsensprechstunde

Ultraschalluntersuchung - Elastographie, B - Mode Technik

Die Untersuchung der Schilddrüse und der Halsweichteile erfolgt in B-Mode Technik, dabei werden die Organe und Strukturen des Halses in Grauwertstufen dargestellt.
Seit Dezember 2013 steht ein neues elastographie-fähiges Ultraschallgerät zur Verfügung. 
Bei der Real-time Elastographie von Schillddrüsenknoten handelt es sich um eine neues Diagnoseverfahren zur Beurteilung von Knoten der Schilddrüse. Hierbei wird die Messung der Gewebesteifigkeit zur Differenzierung herangezogen.
Hier finden Sie einige Bildbeispiele:

Identifizierung bösartiger Schilddrüsenknoten

Fall: 39 jährige Patientin, kleiner zufällig entdeckter Knoten der Schilddrüse im Rahmen einer hausärztlichen Untersuchung, echoarmer Knoten im Ultraschall, szintigraphisch minderspeichernd "kalt", Mibi Szintigraphie mehrspeichernd, Operation, Diagnose: papilläres Schilddrüsen-Carcinom, ablative Radiojodtherapie, regelmäßige Tumornachsorgen.



Thermoablative Therapien von Schilddrüsenknoten (Therapie von Schilddrüsenknoten mit Wärme)

Bei den thermoablativen Therapien handelt es sich um alternative Verfahren zur Schilddrüsenoperation zur Behandlung gutartiger hypofunktioneller "kalter" Knoten.

Zur Verfügung stehen die Radiofrequenzablation (RFA) und die Echotherapie (Hifu - high intensity focused ultrasound)

RFA: Bei diesem Verfahren wird unter Ultraschallkontrolle eine Thermosonde in dem Knoten platziert und mittels kontrollierter Erwärmung des Gewebes die Strukturen des Knotens erwärmt. 

Hifu: Durch intensivierte fokussierte Ultraschallwellen kann eine Hitzeentwickung im Gewebe auf ca. 85 Grad erzielt werden, die Strukturen des Gewebes werden so zerstört und durch Zellen des Immunsystems abgebaut, so daß Knotenstrukturen in ihrer Größe deutlich reduziert werden können.
Bei dieser Methode wird kein Stich oder Schnitt gesetzt, sie ist völlig unblutig. Auch ist eine Vollarkose nicht erforderlich, eine Schmerzmedikation unter der Echopulse - Anwendung ist ausreichend.

infobroschüre echotherapie bild   Info-Broschüre zur Echotherapie


Fazit: Durch die beiden minimalinvasiven Therapiemöglichkeiten (RFA und Echotherapie Hifu) ist eine erhebliche Reduktion der Schilddrüsenknoten ohne Vollnarkose zu erzielen.
Als  eine der wenigen Zentren in Deutschand stehen uns diese neuartigen Methoden zur Verfügung.